Jazz und moderne Technik in Koexistenz

7mafiaDer Jazz hat in seinen vielen Facetten in den letzten 100 Jahren seine Reise von den Straßen von New Orleans über Memphis, Chicago und New York in alle Welt angetreten. Wie bei vielen anderen Musikrichtungen auch, hat sich auch die Jazzmusik weiterentwickelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich hauptsächlich die am tanzbarste Version des Jazz, der Swing. Big Bands spielten in allen großen Ballsälen der Welt und das Parkett war voll mit Tänzern und Tänzerinnen, oftmals bis in die frühen Morgenstunden.

Gegen Ende der 1950er Jahre wurde aber ein anderer Musikstil immer berühmter, die Rockmusik. Der Beliebtheitsgrad dieser Revolutionären Musik ist vor allem dem technischen Fortschritt zu verdanken. Basierend auf den einfachen und Grundlegenden Skalen des Blues machten sich die Pioniere der Rockmusik die damals moderne Technik zunutze. Elektrische Pianos und Gitarren hielten Einzug in die Musik und die Beschallungssysteme als auch die Beleuchtung machten einen immer größeren Teil der Livemusik aus.

Für den Jazz befürchtete man schon das Ende. Allerdings rechnete man damals nicht damit, dass es einige Jazzmusiker gab, die vor der Veränderung nicht zurückschreckten und verschiedene, eigentlich gegensätzliche Stile, miteinander verbinden. So kreierten Miles Davis und allen voran der englische Gitarrist John McLaughlin Anfang der 1970er Jahre die ersten Fusion-Alben. Auch wenn beide einige Fans des Oldtime Jazz verloren, erschloss sich ihnen jedoch ein riesiges neues Fanpotential aus dem Bereich der Blues und Rockmusik. Diese wurden auch durch immer mehr Fusion Bands ausreichend mit neuem, interessantem Material bedient.

Natürlich macht die Entwicklung auch damals nicht Halt. Als Mitte der 1970er Jahre die Synthesizer aufkamen wurden auch diese Für die Jazzmusik eingesetzt. Das neue Jahrtausend ist im Mainstream hauptsächlich durch elektronische Musik geprägt, wo Jazz eigentlich wenig Platz hat. Zum Glück gibt es aber experimentierfreudige Musiker welche Rap oder Hip-Hop mit traditionellen Jazzthemen verbinden können und somit wie schon bei den ersten Fusion Alben einen neuen interessanten Stil kreieren.